SEO SchuleLevel 3: Fortgeschrittene BeherrschungLektion 2
Level 3: Fortgeschrittene Beherrschung
Lektion 2/10
15 Min. Lesezeit
2026-01-04

JavaScript SEO: Sicherstellen, dass Ihre App indexiert wird

Die moderne Webentwicklung verlässt sich auf JavaScript, was jedoch Ihrem SEO schaden kann. Lernen Sie den Unterschied zwischen CSR, SSR und SSG und wie Sie sicherstellen, dass Google Ihre React-, Vue- oder Angular-App indexiert.

Die moderne Webentwicklung hat sich stark in Richtung JavaScript-Frameworks wie React, Vue und Angular verlagert. Während diese Frameworks fantastische, App-ähnliche Benutzererlebnisse schaffen, können sie für Suchmaschinen erhebliche Barrieren darstellen, wenn sie nicht richtig konfiguriert sind.

Das Kernproblem ist das Rendering. Googlebot ist schlau, aber er ist kein menschlicher Benutzer. Wenn Ihr Inhalt vollständig von der JavaScript-Ausführung im Browser abhängt, riskieren Sie, unsichtbar zu sein.

1. Das Problem: Client-Side Rendering (CSR)

Standardmäßig verwenden die meisten Single Page Applications (SPAs) Client-Side Rendering.

Wie es funktioniert:

Der Server sendet eine fast leere HTML-Datei (oft nur ein <div id="root">). Der Browser lädt dann ein großes JavaScript-Bundle herunter, führt es aus und füllt die Seite mit Inhalt.

Was Google sieht:

Wenn der Googlebot die URL zum ersten Mal crawlt, sieht er die leere HTML-Hülle.

Das Risiko:

Google kann JavaScript ausführen, erfordert aber massive Rechenleistung. Daher verschiebt Google diesen Prozess.

  • Erste Welle (Crawl): Google sieht die leere Hülle.
  • Die Warteschlange: Die Seite sitzt stunden- oder tagelang in einer "Rendering-Warteschlange".
  • Zweite Welle (Rendering): Google führt schließlich das JS aus, um den Inhalt zu sehen.

Fazit: Reines CSR kann zu verzögerter Indexierung und verpasstem Inhalt führen, wenn das Rendering eine Zeitüberschreitung aufweist.

2. Die Lösung: Server-Side Rendering (SSR) & SSG

Um sicherzustellen, dass Google Ihren Inhalt sofort sieht, müssen Sie den Rendering-Prozess vom Browser des Benutzers auf den Server (oder zur Build-Zeit) verlagern.

A. Server-Side Rendering (SSR)

Wie es funktioniert: Wenn ein Bot (oder Benutzer) eine Seite anfordert, führt der Server das JavaScript aus, baut den vollständigen HTML-String und sendet eine vollständig gefüllte Seite an den Browser.

  • Vorteil: Googlebot sieht den vollen Inhalt (Text, Links, Metadaten) in der anfänglichen HTML-Antwort. Die Indexierung erfolgt sofort.
  • Frameworks:
    • React: Verwenden Sie Next.js oder Remix.
    • Vue: Verwenden Sie Nuxt.js.
    • Angular: Verwenden Sie Angular Universal.

B. Static Site Generation (SSG)

Wie es funktioniert: Sie generieren alle Ihre HTML-Seiten zur Build-Zeit (vor der Bereitstellung). Der Server liefert einfache statische HTML-Dateien aus.

  • Vorteil: Extrem schnelle Leistung (großartig für Core Web Vitals) und perfektes SEO.
  • Anwendungsfall: Blogs, Marketing-Websites und pSEO-Projekte (wie Ihr "pSEO Wizard").
  • Frameworks: Next.js, Gatsby, Astro.

Vergleich: CSR vs. SSR vs. SSG

MerkmalCSR (Client-Side)SSR (Server-Side)SSG (Statisch)
Initiales HTMLLeer (Laden...)Voller InhaltVoller Inhalt
SEO-FreundlichkeitNiedrig / RiskantHochHoch
ServerlastNiedrigHochNiedrig
Am besten fürDashboards, Private AppsDynamische Feeds, Soziale NetzwerkeBlogs, Doku, Landingpages

3. Kritische Best Practices für JS SEO

Selbst mit SSR machen Entwickler oft Fehler, die der Indexierung schaden.

A. Verwenden Sie echte Links (<a href>)

Googlebot entdeckt neue Seiten, indem er Links folgt.

  • Schlecht: <div onClick={goToPage}>Produkt</div> (Googlebot klickt nicht).
  • Gut: <a href="/product">Produkt</a> (Googlebot folgt diesem).

Hinweis: In Frameworks wie Next.js verwenden Sie die <Link>-Komponente, die ein zugrunde liegendes <a>-Tag rendert.

B. Verwalten von Metadaten (Der <head>)

In einer Single Page App bleiben die <title>- und <meta>-Tags oft auf jeder Seite statisch (z. B. "Meine App").

Die Lösung: Sie müssen dynamische Metadaten für jede Route injizieren.

  • React: Verwenden Sie react-helmet oder Next.js Metadata API.
  • Vue: Verwenden Sie vue-meta.

Überprüfen: Prüfen Sie, ob sich der Titel im Browser-Tab ändert, wenn Sie zwischen den Seiten navigieren.

C. Blockieren Sie keine Ressourcen

Stellen Sie sicher, dass Ihre robots.txt-Datei Ihre JavaScript- (.js) oder CSS- (.css) Dateien nicht blockiert. Google muss auf diese Dateien zugreifen, um die Seite korrekt zu rendern.

4. Wie Sie Ihre JS-App testen

Raten Sie niemals; überprüfen Sie immer, was Google sieht.

  • Google Search Console (URL-Inspektion): Geben Sie Ihre URL ein und klicken Sie auf "Test Live URL". Klicken Sie auf "View Tested Page" > "Screenshot". Ergebnis: Wenn der Screenshot leer ist oder einen Ladespinner zeigt, kann Google Ihren Inhalt nicht sehen. Wenn Sie den Text sehen, sind Sie sicher.
  • Rich Results Test: Dieses Tool führt die eigentliche Google-Rendering-Engine aus. Wenn es Ihr Schema Markup erkennen kann, bedeutet dies im Allgemeinen, dass es die Seite erfolgreich gerendert hat.
  • JavaScript in Chrome deaktivieren: Verwenden Sie eine Browsererweiterung, um JS auszuschalten. Laden Sie Ihre Seite neu. Wenn der Bildschirm leer ist, verlassen Sie sich vollständig auf CSR.

Fazit

Für modernes SEO ist Server-Side Rendering (SSR) oder Static Site Generation (SSG) der Standard. Während Google Client-Side Rendered Apps indexieren kann, ist das Verlassen darauf wie Roulette mit Ihren Rankings zu spielen. Durch die Verwendung von Frameworks wie Next.js oder Nuxt geben Sie Suchmaschinen genau das, was sie wollen: schnelles, zugängliches und vollständig gerendertes HTML.

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