Jahrelang behandelte Google die Desktop-Version einer Website als die "primäre" Version und die mobile Version als eine "Alternative". Diese Ära ist vorbei.
Mit Mobile-First-Indexierung verwendet Google überwiegend die mobile Version Ihres Inhalts für die Indexierung und das Ranking. Wenn Ihre Website exzellenten Desktop-Inhalt hat, aber eine abgespeckte oder fehlerhafte mobile Version, werden Ihre Rankings leiden – sogar für Nutzer, die auf dem Desktop suchen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie sicherstellen, dass Ihre Website in einer Mobile-First-Welt überlebt und gedeiht.
1. Was ist Mobile-First-Indexierung?
Es ist wichtig, ein häufiges Missverständnis zu klären: Es gibt keinen separaten "Mobile Index". Es gibt nur einen Google Index.
- Der alte Weg: Googlebot (Desktop) crawle Ihre Website. Er entschied Ihr Ranking basierend auf dem, was er auf einem großen Bildschirm sah.
- Der aktuelle Weg: Googlebot (Smartphone) crawlt Ihre Website. Er entscheidet Ihr Ranking basierend auf dem, was er auf einem mobilen Bildschirm sieht.
Die Implikation: Wenn Sie Inhalte auf Mobilgeräten verstecken, um "Platz zu sparen" (z. B. durch Entfernen von Text oder Tabs), kann Google diesen Inhalt effektiv nicht mehr sehen. Er wird nicht indexiert.
2. Die Lösung: Responsive Web Design
Während Sie eine separate mobile Website haben können (m.beispiel.de), empfiehlt Google dringend Responsive Web Design.
Responsive Design bedeutet, dass Ihre Website denselben HTML-Code und dieselbe URL für alle Geräte verwendet, aber CSS nutzt, um das Layout basierend auf der Bildschirmgröße zu ändern.
Das entscheidende Tag: Der Viewport
Damit Responsive Design funktioniert, muss jede Seite auf Ihrer Website das folgende Meta-Tag im <head>-Bereich enthalten:
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1">Diese Zeile sagt dem Browser: "Skaliere diesen Inhalt, damit er zur Breite des spezifischen, verwendeten Geräts passt." Ohne dies versuchen mobile Browser, die Desktop-Version zu rendern und zu verkleinern, was Nutzer zum Zoomen zwingt (ein großer Fehler in der Benutzerfreundlichkeit).
3. Die Regel der "Content Parity" (Inhaltsgleichheit)
Um bei der Mobile-First-Indexierung erfolgreich zu sein, müssen Sie Parität (Gleichheit) zwischen Ihren Desktop- und Mobilversionen sicherstellen.
- Gleicher Inhalt: Text, Bilder und Videos müssen identisch sein. Fassen Sie Ihre Artikel für mobile Nutzer nicht zusammen.
- Gleiche strukturierte Daten: Schema-Markup (JSON-LD) muss auf der mobilen Version vorhanden sein.
- Gleiche Metadaten: Titel und Meta-Beschreibungen müssen gleich sein.
- Visueller Check: Stellen Sie sicher, dass Anzeigen oder Pop-ups (Interstitials) den eigentlichen Inhalt auf Mobilgeräten nicht verdecken. Google bestraft "aufdringliche Interstitials", die Nutzer frustrieren.
4. Fehlerbehebung in der Google Search Console
Die Google Search Console (GSC) hat einen speziellen Bericht "Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten" unter dem Tab "Verhalten". Er hebt Seiten hervor, die für mobile Nutzer schwer zu bedienen sind.
Hier sind die drei häufigsten Fehler und wie man sie behebt:
Fehler A: "Text ist zu klein zum Lesen"
- Das Problem: Die Schriftgröße ist so klein, dass Nutzer zoomen müssen, um zu lesen.
- Die Lösung: Google empfiehlt eine Basisschriftgröße von mindestens 16px für Fließtext. Überprüfen Sie Ihr CSS, um sicherzustellen, dass Sie Schriftarten nicht auf feste kleine Größen (z. B. 10px) einstellen.
Fehler B: "Anklickbare Elemente liegen zu dicht beieinander"
- Das Problem: "Wurstfinger-Syndrom." Buttons oder Links sind so nah beieinander, dass ein Nutzer, der versucht, auf "Abbrechen" zu tippen, versehentlich auf "Senden" tippt.
- Die Lösung: Stellen Sie sicher, dass Touch-Ziele mindestens 48x48 Pixel groß sind und ungefähr 8 Pixel Abstand zwischen ihnen haben.
Fehler C: "Inhalt ist breiter als der Bildschirm"
- Das Problem: Der Nutzer muss horizontal scollen (von links nach rechts), um die ganze Seite zu sehen. Das ist ein striktes "No-Go" in der UX.
- Die Lösung: Dies wird normalerweise durch ein Bild oder eine Tabelle mit fester Breite verursacht (z. B.
width: 800px). Ändern Sie feste Breiten in relative Breiten (z. B.max-width: 100%) in Ihrem CSS, damit Elemente automatisch schrumpfen.
Fazit
Mobile-First-Indexierung ist keine Einstellung, die Sie ausschalten können; es ist der Standardzustand des Webs. Indem Sie Responsive Design übernehmen, Content-Parität sicherstellen und Ihre Search Console auf Fehler in der Benutzerfreundlichkeit überwachen, stellen Sie sicher, dass Ihre Website für die 60%+ der Nutzer, die auf kleinen Bildschirmen surfen, zugänglich ist.